Das liegt vor allem daran, dass ich im Urlaub war, in der Karibik, mir die Sonne... Sorry. Ich will ja hier keine Mythen und Legenden aufrecht erhalten. Urlaub? Hat sich mir nicht vorgestellt. Weder in den letzten 5 Jahren, wohl auch nicht in den nächsten 20 - nach allgemeiner Meinung habe ich faule Sau das auch gar nicht verdient und nach BILD-Leser-Meinung gehöre ich gar ins Arbeitslager.
Lassen wir die Provokationen.
Was gibts Neues?
Nun. Effektiv im Grunde nichts, außer dass die Arbeitslosenverwahrungs- und Aktenordnerverschiebebahnhofstelle offenbar immer inkompetenter und dumpfbräsiger wird.
Warum das so ist, ist klar:
Im Jobcenter ist man der Ansicht, dass Leute wie ich so schnell wie möglich aus der Selbständigkeit gedrängt werden müssen, weil sie einfach zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeuten.
Dem reinen Hartzi kann man vorschreiben, was er zu tun und zu lassen hat, wo er sich zu bewerben hat, welche bescheuerte Maßnahme er zu absolvieren hat - beim Selbständigen geht das nicht - und das ist den Herren und Damen in den Jobcentern nicht genehm.
Außerdem muss man alle 6 Monate die EKS-Formulare des faulen Schmarotzers nachlesen, wahllos und willkürlich Kosten kürzen, dessen Gewinne dadurch illegalerweise in die Höhe treiben, um dann Leistungen kürzen zu können, die dann halt nicht mehr zum Lebensunterhalt reichen, aber sei es drum. Man ist kein Mensch, man ist eine Akte, und Akten brauchen nix zu Essen, sondern nur Platz zum Vollstauben.
Nun.
Vor Kurzem war es wieder so weit, der 6monatige Termin im Jobcenter stand an.
Was dabei herauskam, war höchst erstaunlich.
Erstmal präsentierte mir der neue Bearbeiter (ist alle 6 Monate ein Neuer) die Zusammenfassung vom Gespräch im März mit der Frau *peep*. Dort stand dann drin, dass wir vereinbart hätten, dass meine Selbständigkeit nur noch als Nebenbeschäftigung ausgeübt wird und dass man meine Investitionen nicht anerkennt.
Komisch.
Damals war das ganz anders, ich hatte einen Zeugen dabei. Es war weder von einer Selbständigkeit in Nebenbeschäftigung die Rede, noch dass die Investition nicht anerkannt werden würde.
Im Gegenteil. Die gute Frau meinte, sie würde die Investition von damals akzeptieren und das so weitergeben an die Leistungsabteilung, die dann jedoch die Investition nicht anerkannt hätte. Im Abschlußbericht zum Gespräch standen aber völlig neue Dinge, die mir ebenso neu waren. Auch in der Eingliederungsvereinbarung stand davon nichts.
Erstaunlich ist es trotzdem, zumal man im Jobcenter offensichtlich nicht in der Lage ist zu begreifen, dass wenn eine Tätigkeit hauptberuflich angemeldet ist, dass dieses dann auch hauptberuflich ausgeführt wird und es keine Selbständigkeit als Nebenbeschäftigung gibt. Aber hier spricht man sowieso gegen Wände, für das Jobcenter gibt es das und Basta.
Die Forderung, dass ich mich dazu verpflichte, in Zukunft einen monatlichen Gewinn von 500 Euro auszuweisen, habe ich sofort abgewehrt, das ist einfach nur grober Unfug.
Ab sofort stünde ich dem Arbeitsmarkt wieder im vollen Umfange zur Verfügung und ich solle mich "nach eigenem Ermessen" bewerben, dabei natürlich auch sämtliche Angebote wahrnehmen müssen, ist eh klar.
Was dabei herauskommt, hatten wir schon vor ein paar Jahren: Nichts. Aber egal.
Erstaunlich fand ich die Ausführung des Sachbearbeiters, als ich meinte, ich würde die neue Eingliederungsvereinbarung nicht unterschreiben. Er teilte mir daraufhin mit, dass er dann eben einen Verwaltungsakt erlassen würde und die EGV trotzdem sofort gültig wäre, auch ohne meine Unterschrift.
Ich weiß nicht, wie Ihr das so nennt, ich nenne das Erpressung und Nötigung. Aber scheinbar ist das gesetzlich sogar legitimiert.
Langsam habe ich auch ehrlich gesagt die Schnauze gestrichen voll von diesem "Amt", denn alle paar Monate kommt ein neuer "Hammer" und man hat eigentlich mehr mit dem Jobcenter zu tun, als dass man an der eigenen Unabhängigkeit in Form der Selbständigkeit arbeiten könnte.
Ich befinde mich bereits in psychotherapeutischer Behandlung aufgrund massiver Alltagsprobleme, meine Arbeitsfähigkeit und -Motivation tendiert inzwischen gegen Null, weil es völlig egal ist, ob ich etwas mache oder nicht: Das Jobcenter übt trotzdem steten Druck aus.
Die Ideen gehen mir auch langsam aus, denn es scheint sich auch kein Rechtsanwalt zu finden, der in irgendeiner Art und Weise sich aktiv für die Umsetzung von Rechten einsetzt, solange das Bare nicht stimmt - aber mit dem kann ich leider nicht bieten, somit gibt es offensichtlich auch keine angemessene Rechtsvertretung in diesem Land.
Fakt ist, dass viele Bestimmungen im Bereich Hartz IV vor dem Bundesverfassungsgericht oder in Brüssel vermutlich keinen Bestand haben dürften, weil sie einfach schwachsinnig sind oder weil sie eine hilfebedürftige Person so derart nötigen und gängeln, dass sie dem Grundgesetz massiv widersprechen.
Das werde ich jedoch nie erfahren, denn eine Klage kann ich mir nicht leisten, mein Schuldenberg wächst kontinuierlich weiter und einen Rechtsvertreter, der seinen Job ernst nimmt, scheint es nicht zu geben, wenn er seinen Sold nur vom Staat erhalten kann.
Freitag, 27. August 2010
Lange nichts geschrieben...
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