Montag, 1. März 2010

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Sittenwidrig sind Löhne dann, wenn der Stundenlohn unter 3 Euro/Stunde liegt (vielleicht).

Quelle: http://www.swr.de/report/presse/-/id=1197424/nid=1197424/did=6067384/1pacxu1/index.html

Ich frage mich, wer solche Karrenzmänner von Stapel lässt.

Für die Mathegenies aufgeschlüsselt nach Arbeitszeiten:

40 Stunden /Woche = 120 Euro Wochenlohn
166 Arbeitsstunden / Monat = 498 Euro Monatslohn (BRUTTO!)

Würdest Du für 500 Euro Brutto im Monat arbeiten gehen? Netto entspräch das einem monatlichen Lohn bei Steuerklasse I von ca. 400 Euro.

Bedenke:
Die Pfändungsgrenze (das gesetzliche Existenzminimum) liegt bei einem Alleinstehenden bei ca. 1.000 Euro Netto im Monat, darunter DARF NICHT gepfändet werden.
Bei Arbeitslosen hat man ein wenig "getrickst", da ist das Existenzminimum bei 359 Euro + Miete, wenn man "angemessene" Miete berücksichtigt, sind das ca. 700 Euro, die man maximal erhält.
Klar, hinzu kommt Krankenversicherung, Rentenversicherung, die vom Jobcenter in geringen Summen in die Sozialkassen eingezahlt werden.

Bei solchen Jobs trifft es nicht nur den Arbeitnehmer durch den niedrigen Lohn, der zusätzlich dann ALG-II bekommen muss, trotz Vollzeittätigkeit, sondern auch die Allgemeinheit, das heisst ALLE Menschen.
Denn die Centbeträge für die Renten- und Krankenkassen, die dabei anfallen, dürften wohl kaum einen Arztbesuch im Monat tragen können, von den Beiträgen zur Rentenversicherung schreibe ich erst gar nichts, das dürft ihr selbst erraten.

Eine Unternehmung, die solche "Löhne" anbietet, hat in der freien Wirtschaft nichts zu suchen, solche Unternehmen gehören zwangsgeschlossen und verboten.

Besetzt!

Na Prima.
Seit 8 Uhr am Morgen versucht der bis mittags schlafende Hartzi das Jobcenter zu erreichen und zu fragen, wieso am 01.03. des Monats immer noch kein Geld auf dem Konto ist.
Es ist ja nicht so, dass man in spätrömischer Dekadenz das Geld auf dem Konto bunkern kann und dann damit um sich wirft wie Krösus.
Der Vermieter wird sich auch dieses Mal (wie alle halbes Jahr) darauf einstellen müssen, seine Miete nicht zu bekommen.
Das heisst, er bekommt sie schon... irgendwann.

Der Magen kann sich auch schon drauf gefasst machen, dass es wohl in den nächsten zwei Wochen nicht mehr zum Essen gibt als einen Brühwürfel im Wasser mit ein paar Nudeln dazu. Denn leider vergeben Supermärkte keine kurzfristigen Kredite.

Aber das Jobcenter zieht es vor, "wegen des hohen Anrufaufkommens" seine Kundschaft aus der Leitung zu werfen, übrigens eine kostenpflichtige Hotline (01801), keineswegs eine aus dem Festnetz erreichbare kostenfreie Nummer.

Schließlich müssen die üppigen Leistungen fachgerecht gestutzt werden.

Wie?
Was sagste? Hinfahren?
Jo, die Idee ist gut, macht dann 4,20 Euro.
Aber auch ne blöde Idee im Grunde, denn das Jobcenter hier, da weiß man, woran man ist. Für 2 Minuten am Informationsschalter, bei der man dann auch keine Information bekommt, steht man dann auch schonmal 3-4 Stunden in der Schlange, natürlich ohne Sitzmöglichkeiten, schlecht klimatisiert.
Initten derer, die seit offensichtlich mehreren Monaten keine Seife mehr gesehen haben. Aber eigentlich sollte man nicht meckern, der Mama mit den beiden Kleinkindern vor Dir gehts noch schlechter, vor allem den Kindern.
Aber so ist es nunmal, wer Geld will, muss sich einreihen - stundenlang.
Im Winter ist das ganz toll, wenn die mehrfach gewickelten Reihen dann auch bis weit nach draussen im Freien anstehen, mitten im Schnee und in der Kälte.