Freitag, 27. August 2010

Kurse zur Wiedereingliederung...

Sogenannte Kurse zur Wiedereingliederung auf dem 1. Arbeitsmarkt

Von einem Bekannten habe ich vor einiger Zeit ein paar Informationen erhalten.
Er selbst ist gelernter Informatiker und springt quasi von einem Jobangebot zum Nächsten. Derzeit ist er wieder in einer Phase, wo ihm die Stelle in der Probezeit gekündigt wurde, weil er einige Tage im Krankenhaus lag.
Natürlich hatte die Kündigung nichts mit der Krankheit zu tun, das wäre auch rechtlich nicht haltbar ;-)

Jedenfalls bot man ihm beim Jobcenter dann einen vielversprechenden, 6 Monate lang in Vollzeit dauernden Kurs an:
Es gäbe eine Einrichtung, die speziell auf Fälle wie ihn professionalisiert wäre. Diese hätte beste Verbindungen auf dem Arbeitsmarkt zu vielen Unternehmen und wäre eigentlich nur dazu da, den Menschen wie ihn, den letzten "Kick" zu geben, so dass sie schnell eine Anstellung finden.

Das klang richtig super!

Ernüchternd war dann der erste Tag beim Maßnahmenträger.
Der Kurs soll in Vollzeit stattfinden, die anderen Maßnahmenteilnehmer waren die Kategorie: "Ich bin 58, bekomme keinen Job."
"Ich bin alkoholkrank, ich kriege keinen Job."
"Ich deutsche nix könne sprech, nix Job bekomm."
"Was ist ein Computer? Wo gehts hier zum Raucherraum?"
"Ich habe nie etwas gelernt, ich will nix lernen, lasst mich doch alle in Ruhe!"

Soviel zum Thema: "Kurs, der den letzten Kick auf den Arbeitsmarkt geben soll."

Nun ja, notgedrungen hat er sich des Kurses angenommen.
Insgesamt gesehen war deren Angebot wie folgend:
Sie sitzen den ganzen Tag in einem mehr schlecht als recht klimatisierten Raum mit 50 anderen Kursteilnehmern vor uralten 14"-Röhrenbildschirmen und klappernden, alten Computern. Dort schreiben Sie den ganzen Tag Bewerbungen und suchen Stellenangebote in allen möglichen Stellenbörsen im Internet."
Hier und da gab es ein "fachliches" Einzelgespräch, wo Bewerbungen aufgearbeitet und "besser" gemacht wurden. Wie eine Bewerbung auszusehen hat, darüber scheiden sich die Geister ohnehin, aber das ist ja bekannt, jeder Maßnahmeträger hat da so sein eigenes Süppchen.

Zumindest gab es ein paar Laserdrucker, auf denen die Bewerbungen ausgedruckt werden konnten, wenigstens etwas.

Einmal oder zweimal die Woche gab es dann sogar Kurse für die Maßnahmenteilnehmer, unter anderem auch: "Wie halte ich eine Computermaus" oder "Wie schaffe ich es, in Word ein paar Zeilen zu tippen."
Dafür gab es dann auch für die Bewerbungen Vorgabemasken, wo im Prinzip nur noch die Adresse eingetragen werden musste, schön nach Standardformatvorlage "F", wo dann eben übers Jahr gesehen Tausende von Teilnehmern immer schön gleich aussehende Bewerbungsunterlagen an Unternehmen schicken, die dann schon aufgrund der Optik direkt in der Rundablage landen.
Eigeninitiative war nicht gefragt und für einen gelernten Informatiker waren die Kurse ein schlechter Scherz.

Nun gut.
Das war insgesamt das Angebot dieser Maßnahme, der Schwachsinn sollte dann 6 Monate lang so gehen. Von Professionalität keine Spur.

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Um es aber auf den Nenner zu bringen:
Der Träger erhält PRO Teilnehmer und Monat sage und schreibe 500,- Euro. Derzeit sind dort etwa 200 Teilnehmer "angestellt". Das macht pro Monat eine unglaubliche Summe von

100.000 Euro

Für welches Angebot?
* Zwei Kursleiter pro Woche, angestellt auf Niedriglohnbasis
* 50 halb verfallene Computer mit 10 Jahre alten 14"-Monitoren
* 2 Laserdrucker und Papier "for free"
* einen Überwacher im Raum, der auch peinlichst genau überprüft, dass auch kein Maßnahmenteilnehmer vorzeitig verschwindet und auch immer pünktlich erscheint

Ich will hier keine Kostenrechnung aufstellen, aber selbst wenn man die Raummiete und dergleichen großzügig berechnet, bleibt für einen Träger dieser Art pro Monat weit über die Hälfte "netto" übrig und die Teilnehmer haben absolut GAR NICHTS (!) davon, außer dass ihre Zeit verschwendet wird.
Das scheint aber so gewollt zu sein.

Lange nichts geschrieben...

Das liegt vor allem daran, dass ich im Urlaub war, in der Karibik, mir die Sonne... Sorry. Ich will ja hier keine Mythen und Legenden aufrecht erhalten. Urlaub? Hat sich mir nicht vorgestellt. Weder in den letzten 5 Jahren, wohl auch nicht in den nächsten 20 - nach allgemeiner Meinung habe ich faule Sau das auch gar nicht verdient und nach BILD-Leser-Meinung gehöre ich gar ins Arbeitslager.
Lassen wir die Provokationen.

Was gibts Neues?
Nun. Effektiv im Grunde nichts, außer dass die Arbeitslosenverwahrungs- und Aktenordnerverschiebebahnhofstelle offenbar immer inkompetenter und dumpfbräsiger wird.
Warum das so ist, ist klar:
Im Jobcenter ist man der Ansicht, dass Leute wie ich so schnell wie möglich aus der Selbständigkeit gedrängt werden müssen, weil sie einfach zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeuten.

Dem reinen Hartzi kann man vorschreiben, was er zu tun und zu lassen hat, wo er sich zu bewerben hat, welche bescheuerte Maßnahme er zu absolvieren hat - beim Selbständigen geht das nicht - und das ist den Herren und Damen in den Jobcentern nicht genehm.
Außerdem muss man alle 6 Monate die EKS-Formulare des faulen Schmarotzers nachlesen, wahllos und willkürlich Kosten kürzen, dessen Gewinne dadurch illegalerweise in die Höhe treiben, um dann Leistungen kürzen zu können, die dann halt nicht mehr zum Lebensunterhalt reichen, aber sei es drum. Man ist kein Mensch, man ist eine Akte, und Akten brauchen nix zu Essen, sondern nur Platz zum Vollstauben.

Nun.
Vor Kurzem war es wieder so weit, der 6monatige Termin im Jobcenter stand an.

Was dabei herauskam, war höchst erstaunlich.
Erstmal präsentierte mir der neue Bearbeiter (ist alle 6 Monate ein Neuer) die Zusammenfassung vom Gespräch im März mit der Frau *peep*. Dort stand dann drin, dass wir vereinbart hätten, dass meine Selbständigkeit nur noch als Nebenbeschäftigung ausgeübt wird und dass man meine Investitionen nicht anerkennt.
Komisch.
Damals war das ganz anders, ich hatte einen Zeugen dabei. Es war weder von einer Selbständigkeit in Nebenbeschäftigung die Rede, noch dass die Investition nicht anerkannt werden würde.
Im Gegenteil. Die gute Frau meinte, sie würde die Investition von damals akzeptieren und das so weitergeben an die Leistungsabteilung, die dann jedoch die Investition nicht anerkannt hätte. Im Abschlußbericht zum Gespräch standen aber völlig neue Dinge, die mir ebenso neu waren. Auch in der Eingliederungsvereinbarung stand davon nichts.

Erstaunlich ist es trotzdem, zumal man im Jobcenter offensichtlich nicht in der Lage ist zu begreifen, dass wenn eine Tätigkeit hauptberuflich angemeldet ist, dass dieses dann auch hauptberuflich ausgeführt wird und es keine Selbständigkeit als Nebenbeschäftigung gibt. Aber hier spricht man sowieso gegen Wände, für das Jobcenter gibt es das und Basta.

Die Forderung, dass ich mich dazu verpflichte, in Zukunft einen monatlichen Gewinn von 500 Euro auszuweisen, habe ich sofort abgewehrt, das ist einfach nur grober Unfug.

Ab sofort stünde ich dem Arbeitsmarkt wieder im vollen Umfange zur Verfügung und ich solle mich "nach eigenem Ermessen" bewerben, dabei natürlich auch sämtliche Angebote wahrnehmen müssen, ist eh klar.
Was dabei herauskommt, hatten wir schon vor ein paar Jahren: Nichts. Aber egal.

Erstaunlich fand ich die Ausführung des Sachbearbeiters, als ich meinte, ich würde die neue Eingliederungsvereinbarung nicht unterschreiben. Er teilte mir daraufhin mit, dass er dann eben einen Verwaltungsakt erlassen würde und die EGV trotzdem sofort gültig wäre, auch ohne meine Unterschrift.
Ich weiß nicht, wie Ihr das so nennt, ich nenne das Erpressung und Nötigung. Aber scheinbar ist das gesetzlich sogar legitimiert.

Langsam habe ich auch ehrlich gesagt die Schnauze gestrichen voll von diesem "Amt", denn alle paar Monate kommt ein neuer "Hammer" und man hat eigentlich mehr mit dem Jobcenter zu tun, als dass man an der eigenen Unabhängigkeit in Form der Selbständigkeit arbeiten könnte.

Ich befinde mich bereits in psychotherapeutischer Behandlung aufgrund massiver Alltagsprobleme, meine Arbeitsfähigkeit und -Motivation tendiert inzwischen gegen Null, weil es völlig egal ist, ob ich etwas mache oder nicht: Das Jobcenter übt trotzdem steten Druck aus.

Die Ideen gehen mir auch langsam aus, denn es scheint sich auch kein Rechtsanwalt zu finden, der in irgendeiner Art und Weise sich aktiv für die Umsetzung von Rechten einsetzt, solange das Bare nicht stimmt - aber mit dem kann ich leider nicht bieten, somit gibt es offensichtlich auch keine angemessene Rechtsvertretung in diesem Land.

Fakt ist, dass viele Bestimmungen im Bereich Hartz IV vor dem Bundesverfassungsgericht oder in Brüssel vermutlich keinen Bestand haben dürften, weil sie einfach schwachsinnig sind oder weil sie eine hilfebedürftige Person so derart nötigen und gängeln, dass sie dem Grundgesetz massiv widersprechen.

Das werde ich jedoch nie erfahren, denn eine Klage kann ich mir nicht leisten, mein Schuldenberg wächst kontinuierlich weiter und einen Rechtsvertreter, der seinen Job ernst nimmt, scheint es nicht zu geben, wenn er seinen Sold nur vom Staat erhalten kann.

Sonntag, 30. Mai 2010

Das liebe Thema: Die Rente

Das leidige Problem, das bislang keiner wirklich registriert

Bei all dem Schreien gegen die ganzen Sozialschmarotzer wird gerne eines übersehen, nämlich eine seit Jahren entstehende Problematik, die in der Zukunft ALLE betreffen wird.

Ich erhielt gestern meinen aktuellen Rentenbescheid aus dem hervorgeht, wieviel Altersrente ich erhalten werde, wenn ich mit 67 Jahren in Rente gehe.
Monatlich würde dies eine Rente von 188,83 Euro ausmachen. Würde ich sofort in Rente gehen, bekäme ich immerhin 61,55 Euro pro Monat.
Das sind die aktuellen Zahlen aus dem Rentenbescheid für das Jahr 2008.

2008 sah es wie folgt aus...
Monatliche Rente, wenn ich sofort in Rente gehen würde: 58,75 Euro
Monatliche Rente hochgerechnet, wenn bis zum Rentenalter der monatliche Verdienst im Durchschnitt so hoch wäre, wie der Monatsverdienst aus den letzten 5 Jahren: 201,61 Euro.

Das heisst, meine theoretische monatliche Rente ist um 12,78 Euro gesunken.

Warum ist das so?
Die Jobcenter zahlen pro Jahr nur einen sehr geringen Anteil in die Rentenkassen ein. Dieser Beitrag ist so gering, dass im Prinzip keinerlei Kapital für die Altersrente aufgebaut werden kann.
Im Übrigen gilt das für sämtliche Empfänger von Transferleistungen, außerdem natürlich für ALLE Geringverdiener und Aufstocker im Lande. Bei diesen dürften die jährlichen Renteninformationen in etwa genau so aussehen.

Das mag JETZT vielleicht noch kein Problem sein, aber denkt mal 20, 30 Jahre in die Zukunft. Dieses Problem findet hier und da zwar Erwähnung, aber so wirklich registriert hat das noch niemand, geschweige denn nimmt es jemand ernst.

Dagegen gibt es dann Parteien wie die FDP, die immer noch der Ansicht sind, man müsse Jobs mit geringem Einkommen vorantreiben und immer mehr Menschen in diese schlecht bezahlten Tätigkeiten treiben, die Regelsätze reduzieren oder irgendwelche kuriosen Pauschalen bilden.

Aber wen wundert es?
Ein Herr Westerwelle wird kein Problem im Rentenalter haben, seine Pension ist gesichert und werden in jedem Falle fürstlich sein, egal wie schlecht er arbeitet. Dies gilt im Übrigen für so ziemlich alle Beamten in Deutschland, aber pssst: nicht verraten oder weitersagen.

Lasst uns nur weiter die Sau durchs Dorf treiben und lasset uns nur weiter die Lügen über die "soziale Gerechtigkeit" verbreiten, die nicht existiert.
Wir müssen eben alle den Gürtel enger schnallen - vor allem diejenigen, die ohnehin schon sehr wenig verdienen!

Dienstag, 25. Mai 2010

Und da ist es passiert...

Letzte Woche reichte ich Klage ein gegen das Jobcenter, nachdem man mir monatlich ein fiktives Einkommen bescheinigt und man festgelegt hat, dass Geschäftskosten nicht anerkannt werden, weil diese "nicht mit der Leistungsabteilung abgesprochen waren".

Das ist so, als ob man als mündiger, erwachsener Bürger Mama fragen müsste, ob man das Glas Nutella nun kaufen darf oder nicht.

Im konkreten Falle geht es um eine Investition, die angeblich "nicht den Verhältnissen eines Empfänger von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes entspricht".
Wir sprechen von einer monatlichen Rate in Höhe von ca. 100 Euro, die an eine Bank bezahlt wird und einer Investition, die für die Ausübung meiner Tätigkeit zwingend notwendig ist, so notwendig, dass ohne diese Investition die Tätigkeit nicht ausgeübt werden kann.

Im Übrigen von einem Jahresumsatz von knapp 10.000 Euro im letzten Jahr, davon 2.000 Euro steuerlich relevanter Gewinn (der jedoch aufgrund der geringen Höhe nicht besteuert wird, dennoch ist es ein wirtschaftlicher Gewinn).
Natürlich sind bei solchen Beträgen 100 Euro monatliche Geschäftskosten "unverhältnismäßig" zum Einkommen.

Vergleichbar mit einem Handwerker, dem man kein Werkzeug zugesteht und sagt, er solle die Schrauben eben mit den Zähnen in die Wand drehen.

Nun ja.

Der Rechtsanwalt meinte, die Klage wäre bereits gewonnen, es wird nur etwa 6-8 Monate dauern... 6-8 Monate, in denen ich mit weniger Geld auskommen muss, weil das Jobcenter schließlich monatlich ein fiktives Einkommen unterstellt, das in der Form und Höhe gar nicht existiert.
Das scheint dann auch mit dem rechtlichen System vereinbar zu sein, weil Hartz IV ja so üppig bemessen ist, dass man das ohne Probleme kompensieren kann.

Konkret:
Es geht um ca. 50 Euro im Monat, die ich weniger bekomme.

Ich bin am überlegen, ob es nicht sinnvoller wäre, die Selbständigkeit aufzugeben, auch wenn ich im letzten Jahr darüber knapp 10.000 Euro Bruttoumsatz erwirtschaftet habe.
Warum soll ich mir das antun?
Klar, für mich persönlich hätte ich mehr Geld zur Verfügung, aber wenn ich vergleiche, was alle 6 Monate für ein Stress und Ärger dagegensteht, dann ist das nicht nur demotivierend.

Aber letztlich ist es genau das, was das Jobcenter auch will, denn als Fernsehzapper ist man eben leichter zu verwalten als jemand, der monatlich wechselnde Umsätze erzielt. Solche Kundschaft ist einfach nur "lästig", denn da muss man tatsächlich den Hintern bewegen und Berechnungen anstellen.
Dagegen sind die Berufs-Hartzis viel besser zu verwalten, es gibt Regelsatz + Miete, Ende der Berechnung.
Außerdem kann man die, im Gegensatz zu einem arbeitenden Menschen, der diese Leistung erhält, gängeln und nötigen. 1 Euro-Job hier, dämliche Maßnahme dort... Wie mans gerade braucht.

Aus diesem Grunde werde ich auch nicht aufgeben und mich notfalls eben durch sämtliche Instanzen klagen und eben im 6 Monatstakt weitere Klagen einreichen.

Macht ja nix, zahlt der Steuerzahler - und solange ich recht habe, habe ich dabei nicht einmal ein schlechtes Gewissen... Der Steuerzahler sollte jedoch eines haben, denn es sind seine Gelder, die aufgrund von Sesselfurzern ohne jeglichen Verstand und Sachkompetenz die Millionen in die Luft blasen.

PS:
Ach ja, die angeblichen "2.000 Euro zuviel" wurden wieder zurückgenommen, das war dem Sachbearbeiter dann doch zu heiß, diese Forderung aufrecht zu erhalten, weil er sich seiner Situation durchaus bewusst ist - und auch er möchte ja gerne, dass sein Jahresvertrag verlängert wird.
Wobei ich ihm das gehörig versalzen werde, unter anderem durch den Erfolg meiner Klage.

Dienstag, 13. April 2010

Die liebe GEZ

Ein weiteres trauriges Kapitel...

Nun, nachdem das Jobcenter es nicht schaffte, den Leistungsbescheid zum 01.03. zu erstellen, liegt natürlich auch kein Nachweis für die Befreiung zur Zahlung von GEZ-Gebühren vor, denn diese Befreiung ist neuerdings dem Bescheid beigefügt bzw. der Bescheid selbst dient als Befreiung.

Wenn der Bescheid jedoch nicht da ist, kann jedoch auch keine Befreiung durchgesetzt werden.
Nun ist es so, dass die GEZ es sich zur Aufgabe gemacht hat, auch die Hartzis zu ärgern, denn 6,5 Milliarden Euro im Jahr reichen eben nicht zur Bezahlung von öffentlich rechtlichem Fernsehen und Radio.

Es wäre so einfach, dass wenn jemand Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes bezieht, meldet er das der GEZ und die stellt die Beiträge frei. Wenn der Leistungsbezug beendet ist und wieder eine Anstellung aufgenommen wurde, meldet sich derjenige wieder bei der GEZ und muss halt wieder zahlen.
Das wäre die einfache Variante.

Die GEZ will das aber anders.
Die GEZ stellt immer nur für 6 Monate die Beiträge frei, nämlich genau für den jeweiligen Zeitraum des Leistungebescheides.
4 Wochen vor Ablauf bekommt man dann ein automatisiertes Schreiben von der GEZ, dass man doch bitte erneut nachweisen muss, dass man weiterhin Sozialleistungen bezieht.
Soweit so gut.

Ein einfaches Kreuzchen reicht hier jedoch nicht aus, schließlich muss auch der Nachweis erbracht werden.
Und wenn der vom Jobcenter eben noch nicht vorhanden ist, weil der Sachbearbeiter mal wieder Kaffeepäuschen macht, dann gibts halt auch keinen Nachweis.

Jetzt ist es nicht so, dass wenn man der GEZ zwei Wochen danach nachweist, dass man für den Zeitraum Leistungen bezieht, es im Nachhinein anerkannt wird.
Die GEZ bäumt sich auf und meint, wer nicht VOR Beginn des Monats den Nachweis erbringt, muss für jeden angebrochenen Monat auch bezahlen, selbst dann, wenn der Nachweis aufgrund Dritter gar nicht erbracht werden kann.

Denn schließlich könne man vorab auch vorsorglich einen Befreiungsantrag stellen für den kommenden Zeitraum. Natürlich schriftlich und nur per Post.
Das heisst, wenn dann der Nachweis vorhanden ist, muss man diesen erneut per Post schicken.
Das heisst, es kommen nicht einmal Portokosten, sondern zweimal.

Als mache es einen Unterschied, wenn der Nachweis zusammen mit dem Antrag rückwirkend versendet werde. Vermutlich ist es nur ein Mausklick mehr im Computer, die GEZ stellt jedoch auch bereits bei einem "versäumten" Tag einen kompletten Empfangsmonat in Rechnung, selbst wenn nachgewiesen wird, dass für besagten Zeitraum Sozialleistungen bezogen werden.

Ja, irgendwie ist das tatsächlich idiotisch und wenig nachvollziehbar, aber das ist eben die GEZ - und die haben sowieso offensichtlich Narrenfreiheit in Deutschland.

Im Übrigen ist die GEZ keine Behörde (!), sondern ein reines Unternehmen... das aber nur mal so am Rande.

Ach ja:
Um der GEZ jetzt nicht unfairerweise auf die Füße zu treten... die Monatsgebühr für März, die ich nun angeblich bezahlen müsste, weil der Antrag nicht vor dem 01.03. eingegangen ist, sondern am 12.03. zusammen mit dem Nachweis über den Leistungsbezug, wird freundlicherweise nicht in Rechnung gestellt, bleibt jedoch bestehen.
Sollten sich solche "Vorfälle" häufen, dann werde die GEZ diese Gebühren selbstverständlich eintreiben.

Ich vermute mal, sollte ich irgendwann aus dem Leistungsbezug raus sein, werde ich nicht nur die künftigen Gebühren bezahlen müssen, sondern auch diese 17 Pinunzen-Nochwas aufgrund meines "Versäumnisses".

Naja, das wäre dann ein erneuter Fall fürs Gericht...
Und ja, in so einem Falle würde ich auch wegen 5 Cent klagen, alleine des Rechtes wegen.

Wer um das Sozialgericht tanzt...

Nachdem ich davon ausgehe, dass die Widersprüche (die beiden vorangegangenen Artikelchens) beide abgelehnt werden unter absurdesten Begründungen - hey, darin sind die wirklich kreativ! - wird das ganze natürlich vor dem Sozialgericht landen.

Ein Kollege von mir hat im Übrigen gerade eine identische Klage am Laufen, auch ihm wurden unberechtigterweise im Vorfeld aufgrund einer Prognose existenzsichernde Leistungen gemindert.
Der beauftragte Rechtsanwalt schüttelte nur den Kopf, die Klage ist eingereicht und im Grunde bereits gewonnen.

Im Übrigen tragen die Kosten für den Rechtsanwalt der Staat, die Kosten für das Gerichtsverfahren trägt ebenso der Staat, genauso wie die Auslagen des Jobcenters bzw. deren Rechtsvertretung... alles Steuergelder, die dort im Kamin verfeuert werden.

In meinem Fall wird es genau das selbe Spiel werden.
Die Widersprüche, so sie denn abgelehnt werden, und das werden sie... werden zwangsweise zu einer Klage führen müssen, da Hartzi sonst nur noch Zehnägel kauen kann und ggf. sogar obdachlos werden würde.

Problem:
Bis so eine Klage durch ist, dauert es schon einmal 6 Monate... bis dahin ist aber deutlich weniger Geld da, weil schließlich so lange jeden Monat gekürzt wird, das heisst, das Geld, das dringend zum (Über-)leben gebraucht wird, steht nicht dann zur Verfügung, wenn es gebraucht wird. Im Prinzip ein Widerspruch in der Sozialgesetzgebung, die vorschreibt, dass Leistungen dann zur Verfügung stehen müssen, wenn sie gebraucht werden.

Kurzum
Es ist absurd.
Das Jobcenter hat vor Gericht keine Chance, diesen Schwachsinn bezahlen muss im Endeffekt der Steuerzahler.
Und wozu?
Weil in den Jobcentern Menschen sitzen, die von absolut nichts eine Ahnung haben, den Larry heraushängen lassen und sich aufspielen, als wären sie Gott persönlich und sie könnten es solchen Sozialschmarotzern mal so richtig beweisen.

Eigentlich ist ihnen nur wenig vorzuwerfen, denn diese Leute geben selbst zu, dass sie Entscheidungen über etwas treffen müssen, von dem sie keine Ahnung haben, auch gar nicht ausgebildet sind.
Aber da fragt man sich, wieso solche Menschen auf Leute losgelassen werden, die tatsächlich unterhalb der Armutsgrenze leben und von solchen Entscheidungen teilweise akut bedroht sind.

Im Übrigen geht in meinem Fall das Jobcenter auf jemanden los, der sich bewegt, der arbeitet und seine Energien in den Aufbau einer Selbständigkeit steckt, die in Zukunft zur Unabhängigkeit führen soll.
Seltsamerweise werden diejenigen jedoch gegängelt (denn so wie mir geht es auch noch 200.000 anderen), während andere zu Hause brav Fernsehzapping und Bierhumpen heben als Nationalsport betreiben.

2.000 Euro zuviel!

Als ob das Vorangegangene noch nicht alles wäre, prompt trudelte ein Bescheid ins Haus, der die Geschäftszahlen der vorangegangenen 6 Monate berücksichtigte (dieses Mal reale Zahlen).

Um es vorwegzunehmen:
Angeblich habe ich zu Unrecht knapp 2.000 Euro zuviel Leistungen bezogen und bekam einen entsprechenden "Anhörungsbogen".

Ja, ich bin kriminell, ich gebe es zu, ich bin schuld und ein Betrüger... oder doch nicht?

Begründung...
Ich hätte angeblich in den vorangegangenen 6 Monaten zuviel verdient, deswegen müsse ich diese Leistung von knapp 2.000 Euro zurückbezahlen.
Das ist jetzt nichts Schlimmes im Grunde, wäre sogar eine positive Sache, denn das würde bedeuten, ich wäre aus dem Hartz IV-Mist endlich raus und könnte dem Jobcenter den freundschaftlichen Finger zeigen.
Es geht auch nicht um Betrug in dem Sinne, sondern ist lediglich die Aufrechnung der Zahlen, bei der die Sachbearbeiterin zu dem Schluß kam, dass ich eben doch gut verdient habe und deswegen eben die Leistung nicht benötigt hätte und dadurch eben erstatten muss.

Ein normaler Akt / Vorgang bei Selbständigen...

AAAAAABER...
Dieses Geld wurde nicht erwirtschaftet. Das ist der Witz an der ganzen Sache.
Die Sachbearbeiterin hat einfach agiert wie auch schon bei der Prognose.
Die Brutto-Einnahmen wurden als solche vollständig natürlich belassen, bei den REALEN (!) Kosten wurde dann eben zusammengestrichen, bis es passt.

Frei nach dem Motto:
Du darfst zwar Geld einnehmen, aber Kosten darf Deine Unternehmung keine haben.
Das ist wie, wenn Opel ein Auto baut, 20.000 Euro dafür verlangt und der Staat die Steuern von den 20.000 Euro berechnet, die 15.000 Euro Produktionskosten aber nicht anerkennt, denn ein Auto schüttelt man sich aus dem Arm, das benötigt keine Bauteile, Maschinen und Arbeitskraft, das baut sich aus der Luft und der Liebe...
So ist das auch bei mir.

Ich darf zwar in einem 200 Kilometer entfernten Ort einen Auftrag erfüllen, der mich 800 Euro einbringt, aber die Fahrkosten dort hin darf ich nicht haben, das benötigte Arbeitsmaterial wird auch nicht benötigt und zum Essen und Trinken braucht Hartzi auch nichts, wenn er 14 Stunden lang arbeitet.
Zumindest nach Meinung der Sachbearbeiterin, die all solche Kosten einfach annullierte, um den Gewinn dadurch künstlich in die Höhe zu schrauben.

Wohlgemerkt, wir reden hier nicht vom geleasten Benz, um den Müll zu den Mülltonnen zu transportieren, sondern von wirklichen Kosten einer Unternehmung zur Bewältigung eines Auftrages.

Dieses Spielchen trieb die Gute dann eben so weit, bis dann eben diese 2.000 Euro Rückforderung entstanden sind, weil angeblich soviel mehr Gewinn gemacht wurde, der jedoch gar nicht existiert.

Auch hiergegen läuft ein Widerspruch.

Im Übrigen werden solche Absurditäten vom wem nochmal bezahlt? Ja, aus der Steuerkasse, also von jedem Bürgerin und Bürger.