Montag, 22. Februar 2010

Horror der Selbständigkeit

Es gibt Neuigkeiten von arbeitsfaulen Sozialschmarotzer, also mir.
Wie ich bereits geschrieben habe, bin ich primär selbständig, jedoch unter dem Bezug von Arbeitslosengeld II, weil mein Einkommen nicht ausreichend ist, um aus eigener Kraft zu leben. Soweit so gut.

Nun wurden meine Geschäftszahlen aus dem halbjährlichen Zeitraum 2009 "geprüft" und das Jobcenter schickte mir einen "Anhörungsbogen" zu, auf den ich nun zu reagieren habe.
Darin heisst es, ich hätte knapp 2.000 Euro Sozialleistungen im Zeitraum von 6 Monaten zuviel erhalten und solle diese nun vollständig zurückzahlen.

Begründet wird dies damit, dass meine Unternehmensgewinne deutlich über den Zuverdienstgrenzen liegen und sich daher diese Rückforderung ergibt.
Das klingt korrekt, nicht?

Wäre da nicht...
Ja wäre da nicht die Berechnungsgrundlage.
Das Jobcenter hat praktisch meine Unternehmensumsätze dem Gewinn gleichgesetzt und dabei sämtliche auftragsbezogene Geschäftskosten annulliert.

Das wäre, als würde Mercedes ein Auto produzieren, für 50.000 Euro verkaufen und hätte somit auch 50.000 Euro Gewinn.
Dass die Herstellung des Fahrzeuges 30.000 Euro gekostet hat, das wird dabei unterschlagen und ist "irrelvant". Mercedes müsse nun von diesen 50.000 Euro 40.000 Euro Steuern abführen, die 30.000 Euro auftragsbezogenen Investitionskosten sind "Privatvernügen".

Klingt unglaublich?
Aber genau DAS ist die Vorgehensweise der Jobcenter gegenüber Selbständigen.

Und nun die Frage:
Wie soll ein Mensch, der sich tagein, tagaus den Allerwertesten aufreisst, unter solchen Vorzeichen jemals auf einen grünen Zweig kommen?
Geht nicht.

Falls das Jobcenter diesen Bescheid wirklich durchbekommen, um dies zu verhindern werde ich natürlich vor Gericht ziehen, sofern der Widerspruch abgewiesen werden sollte, muss ich meines Selbständigkeit aufgeben, bin dann entsprechend verschuldet, habe keinerlei Einkommen mehr, um diese Schulden bezahlen zu können und stehe dann wieder unter dem Banner des Jobcenters in der Perspektiv- und Zukunftslosigkeit.

Das Jobcenter möchte eben mit aller Macht seinen "Kundenstamm" erhalten, anders kann ich mir das nicht erklären.

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