Sehr herzlich begrüsse ich alle, die sich dazu entscheiden, diesem Blog zu folgen. Kritiker genauso wie jene, die mir zustimmen.
Was erwartet Dich hier?
Ich werde versuchen, regelmässig zu schreiben:
Über mich, Hartz IV, meine Selbständigkeit in Abhängigkeit des Jobcenters und all dessen Problemen. Ich werde öffentliche Diskussionen kommentieren, mich mit Aussagen auseinandersetzen und hier und da auch Links einstreuen zu lesenswerten Themen, vielleicht sogar kleinere Hilfestellungen anbieten für Menschen, die nicht mehr weiter wissen.
Sozialschmarotzer? Soziale Hängematte? Faulpelz?
Ja!
Diesen provokativen Titel habe ich ausgesucht, weil diese Begriffe medial und politisch längst als Synonym für all jene geprägt wurden, die der beruflichen Tätigkeit der Langzeitarbeitslosigkeit nachgehen.
Ich bin einer davon, ich beziehe durchgehend Sozialleistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II, Hartz IV) seit dem Jahr 2006. Zwar gelte ich nicht als arbeitslos, sondern nur arbeitssuchend (da meine Selbständigkeit derzeit nicht genug für den Lebensunterhalt abwirft, bin ich automatisch als arbeitssuchend eingestuft), rein rechtlich gesehen besteht jedoch kein Unterschied zum "Standard-Hartzi".
Was will ich mit diesem Blog erreichen?
Kurzum: Nichts.
Für mich persönlich will ich nichts erreichen, ich möchte nichts beweisen, ich möchte auch niemanden diskreditieren oder in Schutz nehmen.
Ich möchte...
- einfach nur darstellen, wie sich das Leben unter dem Banner von Sozialleistungen gestaltet.
- darstellen, welche alltäglichen Probleme entstehen, wenn man von diesen Leistungen abhängig ist
- zeigen, wie viele Steine man durch die Jobcenter in den Weg geworfen bekommt
- Kritik am gesamten System äußern
- vielleicht dem ein oder anderen ein wenig die Augen öffnen
Im Moment möchte ich nicht allzu viel von mir selbst erzählen, denn ich bin nur ein Beispiel von Vielen. Es gibt dort draussen Hunderttausende, die ähnliches zu berichten haben, jedoch dazu entweder nicht in der Lage sind oder sich einfach nicht wagen.
Ich sehe mich sozusagen als Stimme für Viele, das "Ich" ist durchaus als "Wir" zu begreifen. Wie viele "Wir" das sind, vermag ich nicht zu beurteilen, aber sicherlich ein sehr großer Teil derjenigen, die diese Leistung in Anspruch nehmen müssen.
Derzeit sind es in der Bundesrepublik Deutschland ca. 6,7 Millionen Menschen (Stand: Januar 2010)
Nur soviel zu mir:
Ich habe die Fachhochschulreife und eine abgeschlossene Berufausbildung. Eine zweite Ausbildung musste ich aus finanziellen Gründen abbrechen (auch so ein Kapitel).
Nach knapp 2 Jahren der Arbeitslosigkeit und knapp 300 Absagen aus Bewerbungen wurde ich vom Jobcenter "genötigt", eine Selbständigkeit zu beginnen, wobei die Idee an sich gar nicht schlecht ist.
Ich baue nach wie vor langsam meine Selbständigkeit auf, viele Umstände zwingen mich jedoch immer wieder dazu, die Brötchen, die ich selbst backe, kleiner werden zu lassen.
Ich bin über 30, sehr deutlich unter 40 Jahre alt, gesundheitlich etwas eingeschränkt.
Das sollte erst einmal genug fürs Erste sein.
Die ersten Themen werden sich voraussichtlich erst einmal mit persönlichen Erfahrungen beschäftigen. Das erscheint notwendig, um deutlich zu machen, warum ich bin, was ich bin.
Viele Probleme, die ich beschreiben werde, mögen persönlicher Natur erscheinen, sind aber auch allgemeingültig für Zigtausende. Meine Texte erheben keinen wissenschaftlichen Anspruch, ich werde auch weitestgehend Alltagssprache verwenden.
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